Zum 1. Januar 2020 treten in Deutschland zahlreiche Gesetzesänderungen und neue Gesetze in Kraft. Was Sie jetzt wissen sollten.

  • Steuern - Kurzüberblick

Kleinunternehmerregelung: Anhebung der Kleinunternehmergrenze
Die Freigrenze wird mit Beginn des Jahres von 17.500 EUR auf 22.000 EUR angehoben.

Grundfreibetrag beträgt ab 2020 9.408 EUR
Der steuerliche Grundfreibetrag wird an die Inflation angepasst und erhöht.

Kürzere Aufbewahrungspflicht Steuerunterlagen 
Aufbewahrungspflicht für elektronische Steuerunterlagen von 10 auf 5 Jahre verkürzt.

Tagessatz für Spesen erhöht sich von 12 auf 14 EUR 
2020 erhöhen sich die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwände.

Neue 8-EUR-Pauschale für Berufskraftfahrer 
Ab 2020 können Berufskraftfahrer, die im Fahrzeug des Arbeitgebers übernachten, die neue Pauschale geltend machen.

Steuererleichterung für Vereine und Ehrenamtliche 
Anhebung der Übungsleiter- und Ehrenamtpauschale zur Stärkung des Ehrenamts.

Rauchen soll teurer werden 
Mehrstufige Erhöhung der Tabaksteuer soll 2020 beginnen und zusätzliche 1,2 Milliarden in die Haushaltskasse des Bundes spülen.

 

  • Gesundheit - Kurzüberblick

Schneller an Facharzt-Termine kommen
Gesetzlich Krankenversicherte sollen ab 2020 von neuen Termin-Servicestellen profitieren.

Krankschreibung: Gelbe Zettel bald digital
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll 2021 digital sein – erste Krankenkasse startet schon 2020.

Mehr Geld für Zahnersatz
Ab Oktober 2020 erhöht sich der Festzuschuss für Zahnersatz von 50 auf 60%.

Der Pflege-TÜV kommt
Neues System zur qualitativen Bewertung von Pflegeheimen

Tattoo-Entfernung nur noch beim Arzt
Ab Ende 2020 dürfen nur noch Ärzte Tattoos entfernen.

Implantate müssen registriert werden
Patienten sind ab 01.01.2020 gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet.

Das e-Rezept kommt
Arzt kann nach Videosprechstunde ein e-Rezept ausstellen.

Mehr Service von Apotheken
Vor-Ort-Apotheken dürfen künftig Liefer- und Beratungsdienste anbieten

 

  • Arbeitgeber/-nehmer - Kurzüberblick

Neue Einkommensgrenze für Midijob
Bereits ab Juli 2019 gilt für den Midijob eine höhere Einkommensgrenze.

Minijobber können noch rund 48 Stunden pro Monat arbeiten
Mit dem Anstieg des Mindestlohns ab 2020 können Minijobber noch 48 Stunden/Monat im Jahresdurchschnitt arbeiten.

Arbeit auf Abruf mit neuen Regeln
Flexible Arbeitszeitmodelle unterliegen bereits ab 2019 wichtigen Neuerungen.

Mindestlohn steigt auf 9,35 EUR
Ab Januar 2020 wird der Mindestlohn angehoben.

Beitrags- und Umlagesätze für die Sozialversicherung
Rechengrößen der Lohnabrechnung ändern sich mit Auswirkungen auf Personalkosten und Netto des Arbeitnehmers.

Drittes Geschlecht im Meldeverfahren 
Ab 2020 müssen die Geschlechterbezeichnungen im Meldeverfahren angepasst werden.

Abbau des Solidaritätszuschlags
Stufenweiser Abbau des Solidaritätszuschlags.

Ab 2020 Mindestlohn für Auszubildende
Die sogenannte Mindestausbildungsvergütung soll 2020 515 EUR im ersten Ausbildungsjahr liegen.

Nun also doch: Änderungen bei der 44-EUR-Grenze
Nach langem Hin und Her hat der Gesetzgeber nun doch eine Neuregelung beschlossen.

Neuer Pauschalbesteuerung für Jobtickets
Einführung neuer Pauschalsteuer für Jobtickets ohne Anrechnung auf Entfernungspauschale.

 

  • Wohnen - Kurzüberblick

Keine Verlängerung: Baukindergeld läuft 2020 aus
Bis Ende 2020 haben Familien mit Kindern noch Zeit, ihren Antrag zu stellen.

Erhöhung des Wohngelds geplant
Von 145 EUR auf 190 EUR pro Monat, um Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen.

Mietpreisbremse sollte 2020 auslaufen – jetzt wird 2025 anvisiert
Regierung plant Verlängerung bis 2025.

 

  • Umwelt - Kurzüberblick

Verpackungsgesetz: 2020 erste Abgabepflicht Vollständigkeitserklärung
Verpflichtete Unternehmen müssen erstmals den Nachweis erbringen, welche Mengen an Verpackung in Verkehr gebracht wurden.

Plastiktütenverbot – möglich erste Jahreshälfte 2020
Wird der Gesetzesentwurf umgesetzt, werden Plastiktüten generell im deutschen Handel verboten.

Kunstrasenverbot – Vereine werden nervös
Die EU könnte 2020 beschließen, Granulat auf Kunstrasen zu verbieten. Wirksam wäre das Verbot ab 2022.

Hoher Stromverbrauch erfordert ab 2020 ein intelligentes Messsystem
Wer jährlich 6.000 bis 10.000 kWh verbraucht, muss ab 2020 ein intelligentes Messsystem einbauen. Kostenpunkt: rund 100 EUR.

Ölheizung soll früher verboten werden
2020 möglicherweise letzte Gelegenheit, eine Ölheizung einzubauen, denn Verbot soll beschleunigt werden.

Fliegen wird teurer
Mit der Anhebung der Luftverkehrsteuer müssen sich Verbraucher auf Preiserhöhungen einstellen.

Bahn kündigt Preissenkung an
Mit dem Klimapaket will Bahn die Senkung der Mehrwertsteuer an Kunden weitergeben.

 

  • Mobilität - Kurzüberblick

2020 läuft blaue TÜV-Plakette aus – nicht verpassen
Autofahrer mit blauer Plakette müssen 2020 zum TÜV!

Pkw-Maut kommt nicht 
Der Europäische Gerichtshof sorgt für das Aus der Pkw-Maut, die 2020 starten sollte.

Führerschein ab 2020 auch mit Automatik?
Neuerung ist in Aussicht, dass Fahrschüler ihre Prüfung mit Automatik-Getriebe absolvieren dürfen.

Ab 2020 nur noch Neuwagen mit Notbremssystem
Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit dürfen ab 2020 nur noch Neuwagen mit Notbremssystem angeboten werden.

CO2-Grenze für Neuwagen
EU-Vorschrift beschränkt den CO2-Austoß von Neuwagen auf 95g CO2/km.

Entwicklungsplan: Bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland 
Bis Ende 2020 sollen 1 Million E-Autos in Deutschland fahren.

Die Autobahnvignette für Österreich 2020 teurer
Die Preissteigerung beträgt 2,1 Prozent. Die Kosten liegen zwischen 5,40 EUR (1o-Tages-Vignette für Motorräder) und 91,10 EUR (Jahresvignette für PKW).

Drohnenverordnung: 2020 Anpassungen an EU-Recht
Mit den Anpassungen an die EU-Drohnenverordnung ergeben sich für Nutzer von Drohnen einige Änderungen.

2020 als Weltraumtourist ins All
200.000 Dollar für ein Ticket – das sind die Pläne von Virgin Galactic. Das Unternehmen kündigt für das neue Jahr die ersten Verkäufe an.

 

  • Medien - Kurzüberblick

WhatsApp nicht länger werbefrei
Die Ankündigung erfolgte bereits 2019 – jetzt soll es wirklich losgehen.

Facebook richtet 2020 ein unabhängiges „Oversight Board“ ein
Ein Gremium als dritte Instanz neben Facebook und Nutzern soll über Löschung und Nicht-Löschung beraten.

Facebook plant eigene Dating-Funktion 
Die Funktion gibt es bereits in den USA und in 19 weiteren Ländern. 2020 soll der Service in Deutschland starten.

Firefox erhöht Update-Frequenz 
Alle vier Wochen soll ein neues Update kommen. Mozilla verspricht sich davon mehr Flexibilität und Sicherheit.

Wiedereinführung der Meisterpflicht
In zwölf aktuell zulassungsfreien Gewerken soll ab Januar 2020 wieder die Meisterpflicht gelten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf hat der Bundestag zugestimmt.

Die Meisterpflicht soll in folgenden Gewerken wieder eingeführt werden:

  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Estrichleger
  • Behälter- und Apparatebauer
  • Parkettleger
  • Rollladen- und Sonnenschutztechniker
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Böttcher
  • Glasveredler
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Raumausstatter
  • Orgel- und Harmoniumbauer

 

  • Meister erhalten ab 2020 Zusatz "Bachelor Professional"

Als weitere Anpassung sieht der Gesetzentwurf zum Berufsbildungsmodernisierungsgesetz vor, international verständliche Zusatzbezeichnungen für berufliche Abschlüsse einzuführen. Sie sollen mehr Transparenz schaffen und die internationalen Mobilitäts- und Karrierechancen steigern. Ein Meister erhält dem Entwurf zufolge künftig den Zusatz "Bachelor Professional", ein Betriebswirt im Handwerk den Titel "Master Professional". Für die erste Fortbildungsstufe, z.B. KFZ Servicetechniker, lautet die zusätzliche Bezeichnung "Berufsspezialist".

  • Registrierkassenpflicht

Elektronische Aufzeichnungssysteme müssen ab dem neuen Jahr eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) haben (§ 146a Abgabenordnung (AO) und Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen). Da zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung am Markt jedoch noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind, hat das Bundesfinanzministerium eine Nichtbeanstandungsregelung bis 30. September 2020 erlassen. Für nicht aufrüstbare PC-Kassen und vor dem 26. November 2010 angeschaffte nicht aufrüstbare Registrierkassen gilt diese Regelung jedoch nicht. Daher empfiehlt der ZDH betroffenen Betrieben, sich schnellstmöglich mit ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen und einen Antrag gemäß § 148 AO zu stellen, um eine verlängerte Nutzung der Kasse zu erreichen, bis die Einbindung einer TSE an diesen Kassen möglich ist.

  • Kassenbon-Pflicht ab 2020

Es handelt sich dabei um eine Regelung, die im Rahmen der Kassensicherungsordnung eingeführt wurde. Nach dem Gesetz muss ein Bon ausgegeben werden - der Kunde muss ihn aber nicht annehmen. Kritiker befürchten, dadurch eine Unmenge an Papiermüll.

Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass der Bon nicht zwingend in Papierform erstellt werden muss. Es gibt auch die Möglichkeit, einen virtuellen Beleg zu erstellen und diesen beispielsweise als E-Mail zu versenden oder auf das Handy des Kunden zu schicken. Ob diese Möglichkeit die befürchtete Papierflut entscheidend eindämmen wird, ist jedoch fraglich. Zum einen würden für den Händler zusätzliche Investitionen für eine entsprechende Kassensoftware anfallen. Zum anderen müssen die Kunden ihr Einverständnis geben.

Wer gegen die Vorschriften verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

  • Plastiktütenverbot

Die Bundesregierung will Plastiktüten ab 2020 verbieten und hat dazu ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Allerdings müssen die Tüten nicht zum 1. Januar aus dem Handel verschwinden. Geplant ist eine Übergangsfrist von sechs Monaten.

Wer nach Ablauf der Übergangsfrist gegen das neue Gesetz verstößt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro.

  • Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer für einige Produkte sinkt. Wurden Hygiene-Produkte wie Tampons und Damenbinden bisher mit 19 Prozent versteuert, werden 2020 nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Auch für E-Paper und E-Books gilt dann die niedrigere Mehrwertsteuer.

  • Wohngeld

Rund 660.000 Haushalte können ab Januar 2020 mehr Wohngeld erhalten. Das Wohngeld wird als Zuschuss zur Miete gezahlt. Auch Eigentümer, die ihre Wohnung selbst nutzen, sind unter Umständen anspruchsberechtigt.

Die Höhe des Wohngelds richtet sich nach der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Miete beziehungsweise der Belastung. Es wird in der Regel zwölf Monate bewilligt, und muss dann erneut beantragt werden.

  • Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II

Wer Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Grundsicherung im Alter/bei Erwerbsminderung erhält, für den gibt es ab 1. Januar 2020 mehr Geld. Die Regelsätze werden um rund 1,9 Prozent angehoben. Künftig erhalten etwa alleinstehende Erwachsene 432 Euro statt 424 Euro

Ältere Kinder und Jugendliche erhalten mit 308 Euro beziehungsweise 328 Euro jeweils sechs Euro mehr. Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren erhalten mit 250 Euro fünf Euro mehr pro Monat.

  • Bundesteilhabegesetz

Zum 1. Januar 2020 sollen Menschen mit Behinderung mehr Unterstützung vom Sozialamt erhalten. In diesem Zuge wird das Einkommen der Lebenspartner ab dem neuen Jahr nicht mehr berücksichtigt. 

Zudem werden mit dem neuen Gesetz mehr Möglichkeiten der Teilhabe und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen geschaffen.

  • Rente

Die Rentenbezüge steigen im Juli 2020 erneut: um 3,15 Prozent in Westdeutschland und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent. 

  • Betriebsrente

Betriebsrentner sollen künftig entlastet werden. So soll es bei der Betriebsrente ab 1. Januar einen Freibetrag von 159,25 Euro für die Krankenkassenbeiträge geben. Erst wenn die Betriebsrente höher ist, fallen Krankenkassenbeiträge an.

Rund 60 Prozent der Betriebsrentner bekommen weniger als 318 Euro. Sie werden also ab Januar 2020 höchstens noch den halben Krankenkassenbeitrag zahlen.

  • Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt zum 1. Januar 2020 um 0,1 Prozent auf 2,4 Prozent. Arbeitgeber und Beschäftigte werden so um jeweils 600 Millionen Euro pro Jahr entlastet. Allerdings gilt der neue Beitragssatz nur befristet bis zum 31. Dezember 2022.

  • Beitragsbemessungsgrenze

Zum 1. Januar gelten bei der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung neue Beitragsbemessungsgrenzen. So steigt die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von 54.450 Euro auf 56.250 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Höhe wird das Einkommen bei der Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge berücksichtigt. Die Versicherungspflichtgrenze in der GKV steigt um 1800 Euro auf 62.550 Euro pro Jahr.

In der gesetzlichen Rentenversicherung steigt die Einkommensgrenze auf 6900 Euro (alte Bundesländer) beziehungsweise 6450 Euro (neue Bundesländer).

  • Gesetzlicher Mindestlohn

Zum 1. Januar 2020 steigt der gesetzliche Mindestlohn für Arbeitnehmer. Sie haben dann Anspruch auf 9,35 Euro pro Stunde. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 9,19 Euro.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt weiterhin NICHT für:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung.
  • Auszubildende – unabhängig von ihrem Alter – im Rahmen der
    Berufsausbildung
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer
    Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit.
  • Praktikanten, wenn das Praktikum verpflichtend im Rahmen einer
    schulischen oder hochschulischen Ausbildung stattfindet.
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig bis zu einer Dauer
    von drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder
    Aufnahme eines Studiums dient.
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu
    einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvor-
    bereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen.
  • ehrenamtlich Tätige.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland allerdings auch nach der Erhöhung weiterhin auf Platz sechs. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 11,97 Euro Mindestlohn. Dahinter liegen Frankreich (10,03 Euro), Niederlande (9,91 Euro), Irland (9,80 Euro) und Belgien (9,66 Euro).

  • Mindestlohn für Auszubildende

Im neuen Jahr bekommen auch Auszubildende erstmals einen eigenen Mindestlohn. Zum 1. Januar 2020 müssen Betriebe ihren Auszubildenden mindestens 515 Euro pro Monat zahlen.

  • Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Beruflich Qualifizierte aus Drittstaaten können ab März 2020 leichter in Deutschland arbeiten, denn dann tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft. Im Einzelnen sieht das Gesetz vor, dass beruflich qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten in Deutschland arbeiten können, wenn sie einen Arbeitsplatz vorweisen und ausreichend deutsch sprechen können. Selbst wer einen Berufsabschluss hat, der in Deutschland nur teilweise anerkannt wird, kann unter Voraussetzungen einreisen. Dies gilt aber nur für jene, die ein konkretes Arbeitsplatzangebot mitbringen und deren Nachqualifizierung geregelt ist.

Auch zur Suche eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes dürfen beruflich Qualifizierte und potenzielle Auszubildende mit entsprechenden Schulabschlüssen und Deutschkenntnissen ein halbes Jahr nach Deutschland einreisen, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.

  • Strom

Viele Stromanbieter erhöhen zum 1. Januar 2020 ihre Preise. Den Preisanstieg begründen die Anbieter mit dem Anstieg der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage). Sie soll 2020 um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde steigen.

Die EEG-Umlage macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen 2020, allerdings regional unterschiedlich.

  • Auto-Führerschein künftig auch für kleine Motorräder

Mit dem Auto-Führerschein darf man künftig auch kleine Motorräder fahren - allerdings erst nach ausführlicher Schulung. Eine eigene Führerscheinprüfung ist nach der neuen, kurz vor Weihnachten vom Bundesrat durchgewunkenen Verordnung für Maschinen mit einem Hubraum bis 125 Kubikzentimeter und 15 PS nicht mehr nötig. Die Fahrer müssen aber mindestens 25 Jahre alt sein und seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben. Dann erhalten sie nach neun Unterrichtseinheiten zu je 90 Minuten (vier Theorie und fünf Praxis) die Berechtigung, in Deutschland Leichtkrafträder der Klasse A1 zu fahren.

  • Erhöhung von Bußgeldern im Straßenverkehr

Falschparker und Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, werden ab dem kommenden Jahr härter bestraft. Am 06.11.2019 hat die Bundesregierung den neuen Bußgeldkatalog beschlossen. Wer Rettungskräfte beispielsweise nach einem Unfall auf der Autobahn nicht durchlässt, muss dann 320 statt bisher ab 200 Euro zahlen. Falschparker auf einem Geh- oder Radweg werden mit 100 Euro (aktuell zwischen 15 und 35 Euro) sanktioniert. Auch das bislang gestattete dreiminütige Halten auf einem Schutzstreifen soll dann nicht mehr zulässig sein.

  • ADAC-Mitgliedschaft wird teurer

Schlechte Nachricht für ADAC-Mitglieder: Die Jahreszahlung für Basis-Mitglieder des ADAC soll von 49 auf 54 Euro steigen.

  • Kfz-Versicherung

Ab 2020 gibt es neue Regionalklassen bei der Kfz-Versicherung. 5,1 Millionen Autofahrer werden demnach in eine günstigere Regionalklasse in der Kft-Haftpflichtversicherung eingestuft, für 4,2 Millionen Autofahrer wird es teurer. In der Kaskoversicherung werden 2,8 Millionen Versicherte in eine günstigere Regionalklasse und 3,3 Millionen Versicherte in eine teurere Regionalklasse eingestuft.

Die Regionalklasse spiegelt die Schadensbilanz einer Region wider. Die Regionalklassen aller 413 deutschen Zulassungsbezirke werden jedes Jahr neu vom GDV neu berechnet.

  • Mobilität und Umweltschutz

Nicht mehr als 95 Gramm CO2/km dürfen neu zugelassene Autos ab dem neuen Jahr ausstoßen. Die Kaufprämie für Elektroautos wurde bis zum Jahr 2025 verlängert.

  • Steuern auf Flugtickets

Ab dem 1. April 2020 sollen Flüge im Inland und in EU-Staaten um mehr als fünf Euro auf 13,03 Euro pro Ticket teurer werden. Für längere Flüge bis 6000 Kilometer wird der Preis um knapp 10 Euro auf 33,01 Euro angehoben. Bei noch weiteren Flügen wird mit einem Plus von 18 Euro noch mehr fällig: Insgesamt beläuft sich die Luftverkehrsabgabe bei Fernflügen dann auf 59,43 Euro.

Urlauber, die bereits vor dem April ihren Flug gebucht haben, müssen die höheren Abgabe aber nicht zahlen.

  • Bahnfahren wird günstiger

Für Bahntickets soll die Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent sinken. Diesen Kostenvorteil will die Deutsche Bahn an ihre Kunden weitergeben. Sparpreise und Flexpreise werden damit günstiger, auch die Preise für die BahnCard 100, für Streckenzeitkarten, zur Mitnahme von Fahrrädern sowie für die Sitzplatzreservierung werden um zehn Prozent günstiger.

Eine Einigung zwischen Bund und Ländern auf eine eventuelle Ermäßigung für die BahnCard 25 und BahnCard 50 steht noch aus. 

  • Kindergeld

Zum 1. Januar 2020 wird das Existenzminimum angehoben. In diesem Zuge erhöht sich auch der Unterhaltsvorschuss. Je nach Alter des Kindes beläuft sich dieser auf 165 Euro, 220 Euro oder 293 Euro.

  • Kinderfreibetrag

Ab dem 1. Januar 2020 steigt der Freibetrag um 192 Euro pro Kind auf dann 5.172 Euro für zusammen veranlagte Eltern, ansonsten auf 2.486 Euro je Elternteil. Zusätzlich gibt es einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Dieser liegt bei 2.640 Euro.

  • Kinderzuschlag und BAföG

Der Kinderzugschlag steigt auf 185 Euro im Monat - die Höchst-Einkommensgrenze entfällt. Vor allem Alleinerziehende sollen durch das "Starke-Familien-Gesetz" gefördert werden. Beispielsweise steigt auch der Betrag für Schulbedarf von 100 auf 150 Euro pro Schuljahr. Auch der BAföG-Betrag steigt ab 2020 von 735 Euro auf 861 Euro monatlich an - weiterhin sollen mehr Studierende zu faireren Konditionen anspruchsberechtigt werden.

Mit dem Kinderzuschlag können erwerbstätige Eltern eine zusätzliche finanzielle Unterstützung bekommen, sofern ihr Einkommen nicht ausreicht, um den Unterhalt ihrer Kinder zu sichern.

  • Unterhalt

Ab dem 1. Januar 2020 gibt es für minderjährige Kinder von getrenntlebenden Eltern mehr Unterhalt. So steigen die Sätze in der untersten Einkommensgruppe um 15 bis 21 Euro im Monat. Im Detail erhalten Trennungskinder dann so viel:

  • Mindestens 369 Euro ab 2020 und ab 2021 mindestens 378 Euro im Monat erhalten Kinder unter sechs Jahren
  • Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben in Zukunft Anspruch auf 424 Euro beziehungsweise 434 Euro ab 2021. 
  • Für Kinder von zwölf bis 17 Jahren beträgt der monatliche Mindestunterhalt 497 Euro ab dem Jahr 2020 und 508 Euro ab 2021. 

Wichtig zu wissen: Das Kindergeld zählt zum Einkommen der Kinder. Die Hälfte des Kindergeldes dürfen unterhaltspflichtige Eltern daher von dem zu zahlenden Unterhalt abziehen.

  • Preiserhöhung bei DHL ab 2020

Zum 1. Januar 2020 steigen die DHL-Paketpreise für Privatkunden im Schnitt um drei Prozent. Der Prozentwert ist mengengewichtet. Bei den unterschiedlichen Arten fällt die Anhebung also verschieden aus. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen zum Beispiel kostet in der Filiale für den Inlandsversand künftig 4,79 Euro, bisher sind es 4,50 Euro. Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuert sich um einen Euro auf 10,49 Euro.

  • Lottospielen wird teurer

Ab Herbst 2020 soll der Preis beim klassischen "6 aus 49" für ein Tippfeld auf 1,20 Euro steigen. Bislang kostete ein Feld für die Ziehungen am Samstag und Mittwoch 1 Euro. Außerdem: Der Jackpot soll nicht mehr nach der 13. Ziehung automatisch ausgeschüttet werden, sondern erst wenn die Grenze von 45 Millionen Euro erreicht ist. Die Laufzeit spielt dann keine Rolle mehr.

 

Damit haben Sie die ersten Informationen für das Neue Jahr erhalten. Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

(Quellen: Focus, DHZ, lexoffice)